Dominik

Ein Erdrutsch auf politischer Basis

In Intelligent. on 8. Juni 2008 at 8:27 Uhr nachmittags

Vor der Landtagswahl haben viele Parteien Angst gehabt. Und das vorläufige Endergebnis gibt den Vorahnungen recht.

Die ÖVP stürzt von ihren 49,89 % (und der absoluten Mehrheit im Tiroler Landtag) ab auf 40,45 %. Ein Minus von 9,44 %. Die SPÖ, bisher zweitstärkste Partei mit 25,85 % bei der Wahl 2003 landet mit 15,64 % einen Verlust von 10,18 %. Und die Liste Dinkhauser, dieses Mal zum ersten Mal angetreten und sozusagen eine Abspaltung der Landesvolkspartei schafft mit 18,30 % die Sensation. Was ist passiert?

Natürlich könnte man das Abschneiden der Parteien ÖVP und SPÖ in Zusammenhang stellen mit der aktuellen Koalition auf Bundesebene. Die Ergebnisse der Regierung ist mehr als spärlich, gegen beinahe jeden Gesetzes- und Reformentwurf wird demonstriert oder rebelliert. Und auch parteiintern werden auf beiden Seiten immer mehr Gegenstimmen laut.

Aber irgendwas muss auch van Staa, der bisherige Landeshauptmann falsch gemacht haben. Zum ersten Mal ist die Partei in Tirol den 40 % näher als an den 50 %. Wie konnte ein Querspieler, ein Fritz Dinkhauser beinahe alle Verluste der großen Parteien aufsammeln? Seine Gegner beschrieben ihn im Voraus als populistisch, und vielleicht ist gerade das, was die Österreicher wollen. Was man wohl auch am Gewinn von 4,7 % der FPÖ ersehen konnte.

Was bleibt ist die Frage, wie Tirol nun regiert wird. Die ÖVP schloss im Vorhinein eine Koalition mit Dinkhauser aus, Fritz Dinkhauser und van Staa erheben den Landeshauptmannanspruch und irgendwie geht gar nichts ohne die Volkspartei. Und weiters stellt man sich die Frage, ob dies Ergebnis Auswirkungen auf die Bundespolitik haben wird. Wie wir aus Erfahrung sagen können: Wahrscheinlich nicht.

(Bild-Quelle 1: derStandard.at; Bild-Quelle 2: orf.at)

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