Die Führungskrise in der österreichischen Sozialdemokratie wird mehr und mehr zu einer lächerlichen Debatte.
Man kann den Kritikern nicht absprechen, dass die SPÖ nach dem Wahlsieg Ende 2006 und der Koalition mit der ÖVP an Gesicht, an Glaubwürdigkeit und an Macht verloren hat. Viele hochrangige Politiker aus dem eigenen Haus wirbeln Staub auf, und fordern einen Führungswechsel. Bundeskanzler Dr. Alfred Gusenbauer wäre einfach nicht der Richtige für die Regierung.
Und nun sprach auch der Altbürgermeister von Wien, Helmut Zilk, vor laufender Kamera über das Führungsproblem seiner Partei. Auch er fordere einen Wechsel der Parteispitze.
In einem ZIB-Interview warf Zilk heute Abend Gusenbauer Führungsschwäche vor. Ein Bundeskanzler müsse führen können, die Bundesregierung gleiche aber einem “Hühnerstall”, in dem in alle Richtungen “gegackert” werde. [orf.at]
Ach so. Ein Hühnerstall. Ich sehe es aber auch als Gegackere an, wenn ein Bürgermeister der Bundeshauptstadt außer Dienst glaubt, er könne auf Bundesebene noch mitreden. Es war schon immer so, dass im roten Wien der Bürgermeister eine viel zu große Rolle in der Bundespolitik spielte. Er hat zwar mit seinen Ansichten Recht, aber ich frage mich, warum Medien immer wieder ausgediente Politiker suchen, um sie nach ihrer Meinung zu fragen.

